Forum für Demokratie und Menschenrechte

Freiheit über alles

Die Inhaftierung von Raif Badawi – ein Gespräch mit seiner Frau Ensaf Haidar

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Wer in einem islamischen Staat wie Saudi-Arabien für Meinungs- und Pressefreiheit und Demokratie kämpft, wird mit brutalster Auspeitschung bestraft, die zum Tode führen kann.
Das Forum für Demokratie und Menschenrechte lädt sehr herzlich ein zur Veranstaltung mit Ensaf Haidar, der Ehefrau des eingekerkerten liberalen Bloggers Raif Badawi: Freitag, 9. Oktober, 20 Uhr, Uni Zürich Zentrum, Hörsaal KOL F-118.

Raif Badawi ist eine Symbolfigur im Kampf um die Menschenrechte im Nahen Osten. Weil er das Portal „Die saudischen Liberalen“ mitgründete, auf dem er sich für religiöse Toleranz einsetzte, wurde ihm von 2008 an verwehrt, das Land zu verlassen. 2012 wurde er inhaftiert, im Mai 2014 zu zehn Jahren Haft, 200 000 Euro Geldstrafe und tausend Stockschlägen verurteilt. Das Gericht meinte, er habe den Islam beleidigt und sei vom Glauben abgefallen. Jede Woche sollen ihm fünfzig Hiebe verabreicht werden. Aufgrund seiner Verletzungen nach der ersten Auspeitschung wurde die Strafe bislang nicht fortgesetzt. Sie ist nicht aufgehoben. Politiker und Menschenrechtsgruppen haben gegen Badawis Verurteilung protestiert.
Ensaf Haidar lebt mit ihren drei Kindern im kanadischen Exil. Sie reist durch die ganze Welt, trifft Politiker und Menschenrechtler, wirbt um Unterstützung für ihren inhaftierten Mann und ist zur Aktivistin geworden.

Ensaf Haidar stellt ihr eben erschienenes Buch «Freiheit für Raif Badawi, Liebe meines Lebens» vor und erzählt von ihrem gemeinsamen Leben in Saudi-Arabien, vom Blog ihres Mannes, von ihrer Flucht nach Kanada, von der Inhaftierung und Verurteilung Raif Badawis und vom noch immer andauernden Kampf für seine Freilassung.
Ensaf Haidar schrieb ihr Buch zusammen mit der Nahostexpertin und Journalistin Andrea Claudia Hoffmann  Wir werden Auszüge aus der Hörbuchversion (gelesen von der Schauspielerin und Sängerin Pegah Ferydoni) vorspielen. Elham Manea, Privatdozentin am Institut für Politikwissenschaft der Uni Zürich, wird Ensaf Haidar zu einzelnen Episoden befragen und von und nach Arabisch übersetzen. Das Publikum wird Gelegenheit haben, Fragen zu stellen.
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit den Freidenkern Schweiz und Amnesty Schweiz statt.
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Oktober 8, 2015 at 12:35

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Veranstaltung: Die vergessenen Flüchtlinge – Die Vertreibung der Juden aus den arabischen und muslimischen Ländern

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Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts lebten über eine Million Juden in mehrheitlich muslimischen und arabischen Ländern. Sie spielten eine herausragende Rolle im kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Leben. Die aufstrebenden arabisch-nationalistischen und islamistischen Bewegungen bedrängten jedoch zunehmend die alteingesessene Minderheit. Antisemitische Massaker wie der Farhud 1941 im Irak forderten hunderte Menschenleben.

Die orientalischen Juden wurden in Geiselhaft für den arabisch-jüdischen Konflikt im britischen Mandatsgebiet Palästina genommen. Nach der Gründung des Staates Israel verliessen hunderttausende Juden sukzessive ihre Heimatländer, nachdem ihnen die Staatsbürgerschaft aberkannt und ihre Besitztümer konfisziert wurden.
Bis heute sind diese Ereignisse einer weiteren Öffentlichkeit kaum bekannt.

An diesem Abend zeigen wir den Dokumentarfilm „The Forgotten Refugees“ mit einer Einführung von Cornel Reshef (Gesellschaft Schweiz Israel). Anschliessend wird uns Nira Rosenberg, Tochter irakisch-jüdischer Flüchtlinge, von ihren Erlebnissen erzählen.

Ort: Raum Kol-G-204, Rämistrasse 71
Karte: http://www.plaene.uzh.ch/KOL/room/KOL-G-204

Eintrittsgeld: CHF 5.-.

Forgotten Refugees

 

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Mai 5, 2015 at 11:28

Veranstaltung: Zwischen Arabischem Frühling und Islamischem Staat – Der Neue Nahe Osten und die Zukunft von Christen und Jesiden in Syrien und Irak

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Das Forum für Demokratie und Menschenrechte lädt zum Vortragsabend mit dem Publizisten Thomas von der Osten-Sacken sehr herzlich ein:

Der arabische Frühling hat keine Früchte getragen. Der eskalierende sunnitisch-schiitische Konflikt hat den Einfluss des Iran und einer zunehmend autoritären Türkei noch gemehrt. Syrien, durch einen mörderischen Bürgerkrieg versehrt, ist zum Tummelplatz für Dschihadisten aus der ganzen Welt geworden, die mit beispielloser Gewalt jeden angreifen, der sich ihrer Schreckensherrschaft zu widersetzen wagt oder nicht in ihre Dystopie einer scharia-konformen Gesellschaft passt. Ihr Ziel ist ein Kalifat, das die ganze islamisch dominierte Welt, Israel und Europa umfassen soll. Die Opfer dieser brutalen Vision sind in erster Linie die Minderheiten: Christen, Jesiden, Kurden und Andersdenkende werden vom ‚Islamischen Staat‘ und anderen Terrorgruppen ohne Erbarmen verfolgt, gefangen genommen oder getötet. Gelingt es, diese zurückzudrängen und für die Minderheiten eine Zukunft in der Region zu schaffen, womöglich in einem unabhängigen kurdischen Staat?

Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer von Wadi e.V., einer Organisation für Krisenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Er ist seit mehr als 20 Jahren im Irak tätig und im ganzen Nahen Osten unterwegs.
Er schreibt u.a. für die Jungle World, Bahamas und die Tageszeitung Die Welt.

Mittwoch, 27. August 2014, 19:oo Uhr
Universität Zürich
Raum-Nr. KO2-F-150
http://www.plaene.uzh.ch/KO2

Eintritt frei (Kollekte)

Flyer_Veranstaltung_August

Die Veranstaltung auf Facebook: hier klicken 

 

Wir nutzen die Gelegenheit, um auf ein Dossier hinzuweisen, das von Wadi e.V. gemeinsam mit seiner syrischen Partnerorganisation Alseera zum letztjährigen Giftgasangriff in Ghouta durch das Assad-Regime erarbeitet wurde: Download

20 Minuten hat einen längeren Artikel dazu veröffentlicht.

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August 22, 2014 at 22:40

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Veranstaltung: Religiöse Minderheiten im Nahen Osten: Eine Zukunft unter dem Islamismus?

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Beschreibung

Der syrische Bürgerkrieg wandelt sich immer mehr zu einer existenziellen Bedrohung für die christliche Minderheit im Land, eine der ältesten christlichen Gemeinden der Welt. Der Spielraum zwischen der autoritären Regierung Assads und den aufständischen Islamisten, die die Christen als religiöse Feinde und als Loyalisten Assads brandmarken, wird immer enger. Tausende verlassen das Land. Es droht sich ein Szenario wie im Irak zu wiederholen, wo seit dem Sturz Saddam Husseins mehr als die Hälfte der christlichen Bevölkerung geflohen ist. Doch auch in Libanon ist die Lage instabil: Das demographische Gleichgewicht zwischen Christen, Sunniten und Schiiten, das die Politik Libanons bestimmt, ist stets auf der Kippe und die schiitische Terrororganisation Hisbollah, die auf der Seite des Assad-Regimes kämpft, könnte das Land in den syrischen Konflikt hineinziehen. Die Zukunft der nahöstlichen Christen scheint angesichts der politischen Situation in Syrien und im Libanon und dem Aufstieg des Islamismus in der ganzen Region ungewisser denn je. Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe ‚Minderheiten im Nahen Osten‘.

Referenten

Mark Farha promovierte in Harvard und ist Assistenzprofessor an der School of Foreign Service im Georgetown-Campus in Doha, Katar. Er veröffentlichte mehrere Aufsätze zur politischen und demographischen Entwicklung des Libanons. Der Schwerpunkt seines Schaffens liegt in der Geschichte und Zukunft des Säkularismus in der arabischen Welt und insbesondere im Libanon. Zurzeit arbeitet er an einem Buchprojekt zu diesem Thema. Der Vortrag wird in Deutsch gehalten.

John Eibner ist ein amerikanischer Menschenrechtsaktivist und Publizist. Er ist seit 1990 für Christian Solidarity International aktiv und als Projektleiter zuständig für den gesamten Nahen Osten. Bekannt wurde er vor allem durch seine Aktivitäten im Sudan, wo er seit 1992 gegen den Genozid und die Sklaverei kämpft. Daneben schreibt er regelmässig in internationalen Publikationen zu den Themen Christenverfolgung und Religionsfreiheit. Der Vortrag wird in Englisch gehalten.

Ort und Zeit

Donnerstag, 7. März 19:00: Uni Zürich, Rämistr. 71, Raum Kol E 21

Der Eintritt ist frei.

Flyer

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Februar 26, 2013 at 11:56

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Veranstaltung: Der Arabische Frühling, die progressive arabische Bloggerszene und die Gewissensfreiheit

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Einführung von Dr. Elham Manea,
Vortrag von Kacem El-Ghazzali in ENGLISCH
Organisiert vom Forum für Demokratie und Menschenrechte

Donnerstag 10. Mai 2012 19:00
Uni Zürich, Rämistr. 71, Raum Kol E 18 – Eintritt frei

Seit Mohamed Bouazi sich im Dezember 2010 in einer Tunesischen Provinzstadt selbst anzündete, blieb im Nahen Osten nichts wie zuvor. Revolutionen erschütterten die Region zwischen Marokko und Iran. Scheinbar fest im Sattel sitzende Diktatoren wie Ben Ali, Mubarak und Gaddafi wurden entmachtet. Angesichts dieser Ereignisse fragten sich internationale Beobachter nur noch: Wer wird der nächste sein, der fällt?

Diese historischen Ereignisse werden üblicherweise als Arabischer Frühling bezeichnet, obwohl sie nicht nur arabische Völker betrafen, sondern auch Berber, Iraner, Türken und viele andere. Viele werteten die millionenstarken Demonstrationen junger Menschen, die sich mittels sozialer Netzwerke unter dem Ruf nach einem Ende der Diktatur, nach Freiheit und Demokratie zusammenfanden, als Zeichen für den Anbruch einer neuen Ära säkularer Demokratien im Nahen Osten. Doch jetzt, nachdem mehr als ein Jahr seit diesen Ereignissen vergangen ist, scheinen diese Visionen weiter denn je von ihrer Realisierung entfernt zu sein. In Tunesien und Ägypten errangen islamistische Parteien überwältigende Wahlsiege. Ihr Ziel, die Einführung der Scharia in ihre Gesellschaften, wird die schon heute unerträgliche Diskriminierung von Nicht-Muslimen, Dissidenten und Frauen nur noch verschärfen. Währenddessen blieben paradoxerweise gerade die repressivsten Diktaturen der Region, der Iran und Saudi-Arabien, von der Revolutionswelle scheinbar unbeeindruckt.

Fortschrittliche Kräfte und Minderheiten in Nordafrika und im Nahen Osten müssen nicht nur mit der prekären Menschenrechtslage zurechtkommen, sondern auch mit dem ohrenbetäubenden Schweigen der westlichen Medien und Menschenrechtsorganisationen. In Tunesien wurden kürzlich zwei Atheisten zu sieben Jahre Haft verurteilt, weil sie auf Facebook Mohammed-Karikaturen veröffentlichten. Ähnliches geschah in Saudi-Arabien, wo Hamza Kashgari wegen Apostasie (Abfall vom Islam) angeklagt wird. Im Falle eines Schuldspruchs droht ihm die Todesstrafe.

Dr. Elham Manea ist eine Schweizerisch-Jemenitische Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Schriftstellerin. Sie studierte in Kuwait und den USA und lehrt heute als Dozentin an der Universität Zürich. Sie ist die Verfasserin vieler Bücher über den Nahen Osten und den Islam und zweier Romane in Englisch, Arabisch und Deutsch. Ihr letztes Buch ‚Ich will nicht mehr schweigen‘ erschien 2010.

Kacem El Ghazzali ist ein atheistischer Blogger und Journalist aus Marokko. Sein Blog zählt mehrere tausend Leser und gehört zu den populärsten der Region. Wegen seiner atheistischen und islamkritischen Ansichten wurde er mit dem Tode bedroht und musste in die Schweiz fliehen. Er hatte zahlreiche Auftritte in internationalen Medien und ist ein Idol für die fortschrittliche Jugend in Nordafrika und im Nahen Osten.

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Mai 5, 2012 at 11:44

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Lecture: The Arab spring, the progressive Arabic blogger scene and the freedom of conscience

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Thursday Mai 10 2012 7:00 pm,
University of Zürich, Rämistr. 71, Kol E 18,
Free Admission

Introduction by Dr. Elham Manea,
lecture by Kacem El-Ghazzali in English
Organized by the Forum für Demokratie und Menschenrechte Zürich

Since Mohamed Bouazizi set himself on fire in a small Tunisian town in December 2010, nothing in the Middle East is like it was before. Revolutions have swept the vast region ranging from Morocco to Iran and have led to the ouster of seemingly deep seated dictators like Ben Ali, Mubarak and Gaddafi, only leaving international observers to ask: Who will be next?

These historical events are usually called the Arab Spring, although the events also involved the many non-Arab people in the region, Berbers, Iranians, Turks and many others. As millions of young people took to the streets, rallied by means of social networks and calling for an end to dictatorships, for liberty and democracies, many saw the era of liberal secular democracy in the Near East finally drawing near.
But more than one year after this events, these hopes seem maybe more distant ever. In Tunisia and Egypt, Islamist parties came to power in landslide victories. Bent on introducing Sharia Law to their societies, they might only increase the already unbearable discrimination of Non-Muslims, dissidents and women. Meanwhile the most repressive dictatorships of the region, in Iran, Saudi Arabia or Syria, remain firmly in power.

Progressives and minorities in Northern Africa and the Near East not only struggle with the various infringements on human rights in the region, but also with the deafening silence of Western media and human rights organizations. In Tunisia, two Atheists have been sentenced to 7 years of prison because they published cartoons of Mohammed, whom Muslims consider as their major prophet. Similar events happened in Saudi-Arabia, where the blogger and Human Rights activist Hamza Kashgari faces charges for apostasy, a ‘crime’ which is punished by death. At the same time, the Christians communities in Egypt and Sudan are struggling with discrimination, terror and expulsion.

Dr. Elham Manea is a Swiss-Yemenite journalist, political scientist and novelist. She studied in Kuwait and the US and is now teaching at the University of Zurich. She has written extensively on topics related to the Middle East and Islam in English, Arabic and German. She’s also the author of two novels in Arabic. Her latest book ‘Ich will nicht mehr schweigen‘
(I don’t want to be silent anymore) was published in 2010.

Kacem El Ghazzali is a atheistic blogger journalist dissident from Marocco. Because of his atheistic views and his criticism of Islam he was threatened with death and had to flee Morocco. He lives now in Switzerland as a refugee. His English and Arabic blog is read by thousands of people and counts among the most popular ones in the region. He has appeared repeatedly in international media and television and is an idol for the progressive youth in Northern Africa and the Near East

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Mai 5, 2012 at 11:39

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Protest gegen den Besuch des iranischen Botschafters in Luzern

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Am 2. Mai 2012 findet im Bahnhofsbufett Luzern eine Veranstaltung unter dem Namen ‚Iran-Zwischen Propaganda und Realität‘ in Luzern statt, an der der iranische Botschafter teilnehmen wird. Dabei geht es keineswegs, wie der Titel vielleicht vermuten liesse, um eine Informationsveranstaltung über iranische Propaganda, sondern um eine Propagandaveranstaltung, die die Verbrechen des iranischen Regimes weisswaschen soll. Veranstaltet wird das ganze von der Luzerner Verschwörungstheoretiker-Plattform info8.ch. Wir protestieren deshalb am 2. Mai auf dem Bahnhofsplatz gegen diese Propagandaveranstaltung des iranischen Regimes und seiner Sympathisanten. Besammlung:17:30 vor dem Bahnhofsbogen. Flugblatt als PDF

Written by Forum

Mai 1, 2012 at 00:45

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